Medien & Informatik · Reihe
Live-Knacken
Wie schnell errät ein Computer ein Passwort? Probiert es mit bis zu sechs Fantasie-Passwörtern selbst aus.
Erst die Regel, dann das Werkzeug
Warum ihr hier nur Fantasie-Passwörter eintippt
Gleich knackt ihr Passwörter. Das klingt nach Hackerfilm — und genau deshalb steht diese Regel vorne und nicht im Kleingedruckten.
Fremde Passwörter auszuprobieren ist kein Streich. Es ist eine Straftat.
Deine Aufgabe: Sag deinem Nachbarn in einem Satz, was hier erlaubt ist und was nicht.
Jetzt läuft der Angriff
Sechs erfundene Passwörter im Test
Das Werkzeug rechnet aus, wie lange ein Angreifer braucht, der eine Million Versuche pro Sekunde schafft. Das ist keine Übertreibung: So schnell ist ein guter PC, wenn er eine gestohlene Passwortliste offline durchprobiert.
Nehmt bewusst auch Passwörter, von denen ihr glaubt, sie seien sicher.
Deine Aufgabe: Tragt bis zu sechs erfundene Namen und Demo-Passwörter ein und startet den Angriff. Notiert euch das kürzeste und das längste Ergebnis.
In jede Zeile kommt ein Name und ein Passwort. Erst wenn ihr auf „Angriff starten" klickt, wird gerechnet. „Alle leeren" setzt alles zurück.
Der Vergleich
Wie lange hält es?
Vier Dinge machen ein Passwort schwach. Drei davon habt ihr eben selbst gesehen.
Zu kurz
Weniger als 12 Zeichen fallen zu schnell – jedes zusätzliche Zeichen macht das Raten viel schwerer.
Zu wenig Vielfalt
Nur ein Zeichentyp (z. B. nur Zahlen) ist fatal – mit Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen und Symbolen wächst die Anzahl der Möglichkeiten enorm.
Muster
Tastaturreihen (qwertz, 12345) probiert ein Computer als Erstes durch.
Wörterbuch-Treffer
Normale Wörter, Namen oder Geburtsjahre stehen oft schon auf Leak-Listen und werden in Millisekunden erkannt.
Deine Aufgabe: Ordne jedem Demo-Passwort die Zeit zu, die oben dafür herauskommt.
Tippe erst ein Passwort an, dann die Zeit, die dazu gehört. Falsch getippt? Einfach nochmal.
Deine Aufgabe
Wie lange hält es?
Ordne jedem Demo-Passwort die Zeit zu, die das Werkzeug oben dafür anzeigt.
Ich schätze ein, wie stark Länge und Zeichenvielfalt die Knackzeit verändern.
Ordne jedem Demo-Passwort die Zeit zu, die das Werkzeug oben dafür anzeigt.
Verbinde jedes Passwort mit seiner Knackzeit:
- 1234
- hallo
- Ha7!
- Tr7!kelp
- WolkeTanzt7Blau!
- 1 Minute
- 12 Sekunden
- 193 Jahre
- mehr als eine Billion Jahre
- unter 1 Sekunde
Tipp
Für Profis
Tr7!kelp hat acht Zeichen und alle vier Zeichenarten. fussballfussball hat nur Kleinbuchstaben — aber sechzehn davon. Rechne im nächsten Modul nach, welches länger hält, und erkläre warum.Deine Meinung zählt
Was hat dich überrascht?
Fast jeder verschätzt sich hier — meistens in beide Richtungen. Genau darüber lohnt sich das Reden.
Deine Aufgabe: Schreib in zwei Sätzen auf, welches Ergebnis dich am meisten überrascht hat.
Mit „Abschicken" landet dein Satz an der Wand. Deine Lehrkraft zeigt ihn dann vielleicht am Beamer.
Schreib deine Antwort
Was hat dich überrascht?
Erst selbst überlegen. Mit „Abschicken" sieht es die ganze Klasse an der Wand.
Ich begründe, warum ein Passwort schneller oder langsamer fällt, als ich gedacht hätte.
Erst selbst überlegen. Mit „Abschicken" sieht es die ganze Klasse an der Wand.
Ihr habt oben mehrere Demo-Passwörter ausprobiert. Welches Ergebnis hat dich am meisten überrascht — und woran lag es deiner Meinung nach?
So kannst du anfangen
- Überrascht hat mich, dass …
- Ich hatte gedacht, dass …
- Der Grund ist wahrscheinlich …
Ins Heft
Was du dir merken musst
Ein Satz reicht — aber der muss sitzen.
Ein Passwort aus vier Zeichen fällt in unter einer Sekunde.
Jedes Zeichen mehr vervielfacht die Zeit, die ein Angreifer braucht. Länge schützt am stärksten.
Warum „1 Million Jahre" hier nichts mehr bedeutet
Ein Passwort, das theoretisch 27.000 Jahre bräuchte, ist für den Schulalltag genauso sicher wie eines, das 27 Millionen Jahre bräuchte – kein Angreifer wartet so lange. Deshalb gilt hier: unter einem Tag = unsicher, unter einem Jahr = mittelmäßig, darüber = sicher genug. Das ist eine Vereinfachung für den Unterricht – wie schnell ein Angriff in Wirklichkeit ist, hängt zusätzlich davon ab, wie ein Dienst Passwörter speichert und ob er Anmeldeversuche begrenzt.