Medien & Informatik · Reihe · Klasse 7/8 · Lehrplan 2.2.2

Digitale Inhalte erstellen und veröffentlichen

Klick – und es ist draußen. Was passiert eigentlich, wenn ich auf „Veröffentlichen“ drücke – und was muss ich vorher wissen, können und entscheiden? Dreizehn Schritte in vier Phasen führen von dieser Frage zur Antwort: von der Kette, die ein Post durchläuft, über Dateiformate, Kompression und Streaming zu Urheberrecht, Recht am eigenen Bild, Barrierefreiheit und Wirkung – bis zur Werkstatt, in der die Klasse ein eigenes Medienprodukt plant. Mit Tafelbildern zum Schieben und Hören, Übungen und Hefteinträgen – direkt im Browser, ohne Anmeldung.

Nach der Reihe

Was die Klasse danach kann

Technik erklären

Wie Ton und Bild zu Dateien werden, was eine Endung verrät, warum eine MP3 zehnmal kleiner ist als eine WAV und wie ein Video in Paketen zum Puffer kommt.

Rechte anwenden

Urheber, Nutzungsrecht, Creative-Commons-Lizenzen lesen, Recht am eigenen Bild, Einwilligung, Datensparsamkeit – und der Entscheidungsbaum „Darf ich das?“ für jeden Fall.

Für alle gestalten

Alt-Texte schreiben, Untertitel und Transkripte einplanen, Kontrast und Struktur prüfen; Wirkung und Fairness eines Inhalts einschätzen, bevor er draußen ist.

Ein Produkt bauen

Zielgruppe festlegen, Plattform mit neun Fragen bewerten, im Team mit fünf Rollen planen, produzieren und mit dem Bewertungsbogen des Lehrplans beurteilen.

Zwei Wege durch die Reihe

Allein arbeiten oder gemeinsam durchgehen

Beides funktioniert ohne Anmeldung, ohne Namen und ohne Konto. Im gesteuerten Weg sieht die Lehrkraft, wo die Klasse steht, gibt Phasen und Schritte nacheinander frei und legt geschriebene Antworten an den Beamer. Die Tafelbilder sind dafür gebaut.

1

Selbstständig lernen

Jede und jeder im eigenen Tempo. Kein Raum, keine Anmeldung, keine Verbindung nach außen.

  • Direkt loslegen – oder einen Link und QR-Code für die Klasse erzeugen
  • Der Fortschritt bleibt im Browser des jeweiligen Geräts
  • Funktioniert auch, wenn das Schulnetz wackelt
Mit Schritt 1 beginnen

Deine Lehrkraft hat einen Raum geöffnet? Hier trittst du bei.

2

Von der Lehrkraft gesteuert

Die Lehrkraft öffnet einen Raum. Die Klasse tritt per QR-Code bei und geht gemeinsam durch die Schritte – über mehrere Wochen hinweg.

  • Phasen sperren und Stunde für Stunde freigeben – die Werkstatt erst, wenn die Kachel gewählt ist
  • Schreibfelder aus den Schritten 1, 9, 10, 11 und 13 gemeinsam an der Wand lesen 📽
  • Kompressions-Labor, Puffer-Simulator und Vorlese-Probe im Vollbild am Beamer, Bildschirme dabei anhalten
  • Ohne Anmeldung, ohne Namen, ohne Konto
Die dreizehn Schritte in vier Phasen. Läuft ein Raum, zeigt die Tabelle, wo die Klasse gerade ist.
SchrittWorum es geht
1 · Veröffentlichen: Kopie und ReichweiteVerstehen. Ein erfundener Fall, die eigene Spur, die Kette vom Handy zu den Kopien, der Reichweiten-Rechner, drei Räume.
2 · Medienprodukte: Blog, Podcast, VideoSechs Medienprodukte als Steckbriefe und als Vergleichstabelle fürs Heft – Vor- und Nachteile füllt die Klasse.
3 · Zielgruppe und AdressatDieselbe Nachricht für drei Empfänger, vier Personas, Ansprache – und die Zielgruppen-Karte.
4 · Codierung und DateiformateTechnik. Abtasten, Codierung, Dateiendungen, Formattabelle fürs Heft, Rechnen mit Bytes.
5 · DatenkompressionDas Kompressions-Labor mit Qualitätsregler und Lupe; verlustfrei gegen verlustbehaftet; wann PNG, JPEG, MP3.
6 · StreamingDer Puffer-Simulator: Pakete, Puffer, Auflösung; Download gegen Streaming; Datenvolumen und Strom.
7 · Urheberrecht und NutzungsrechteRegeln. Urheber, Werk, Nutzungsrecht, Creative Commons (vier Bausteine, sechs Lizenzen), der Entscheidungsbaum „Darf ich das?“, Quellenangabe.
8 · Recht am eigenen Bild und DatenschutzRecht am eigenen Bild, Einwilligung, personenbezogene Daten, der unsichtbare Zettel am Foto, Muster-Einwilligung.
9 · BarrierefreiheitDie Vorlese-Probe, wer welche Hilfe braucht, Alt-Text schreiben, Checkliste fürs Heft, Meta-Moment.
10 · Wirkung und MedienethikEin Meme mit zwei Enden, Wirkung von Text bis Video, Stereotype, Ziele und Folgen des Verbreitens, die 5 Fragen vor dem Posten.
11 · Webanwendungen bewertenMachen. Der Satz im Kleingedruckten, sechs Plattform-Typen, das Bewertungsraster mit neun Fragen.
12 · Medienprodukt planen und erstellenSieben Produkt-Kacheln mit Beispielaufträgen, fünf Rollen, Steckbrief, Storyboard, Rechte-Protokoll, Produktionstipps – die Lehrkraft wählt.
13 · Test und ReflexionDie elf Sätze des Veröffentlichen-Passes zum Vergleich, Peer-Feedback, zwölf Fragen mit einem Versuch, Reflexion, Glossar.

Vorbereitung

Was du vorher wissen solltest

Die Sicherung entsteht unterwegs

In jedem der Schritte 1 bis 11 schreibt die Klasse einen Lückensatz ins Heft. Zusammen sind das die elf Sätze des „Veröffentlichen-Passes“. Schritt 13 zeigt eine Vergleichsfassung – abgeschrieben wird dort nichts.

Die Werkstatt ist ein Angebot

Schritt 12 legt kein Produkt fest. Sieben Kacheln mit je drei Beispielaufträgen stehen zur Wahl – Podcast, Erklärvideo, Screencast, Blog, Comic, Infografik, Audio-Guide. Ob und was gebaut wird, entscheidet die Lehrkraft; im Lernraum lässt sich der Schritt bis dahin sperren.

Drei Tafelbilder brauchen den Beamer

Das Kompressions-Labor (Schritt 5), der Puffer-Simulator (6) und die Vorlese-Probe (9) sind zum gemeinsamen Ausprobieren gebaut. Die Vorlese-Probe nutzt die Sprachausgabe des Browsers – vorher am Beamer-Rechner testen, ob eine deutsche Stimme da ist.

Heft und Lösungsblatt

Elf Lückensätze, vier Tabellen mit offenen Zellen und je Schritt ein Kasten „Zusätzlich ins Heft“ mit dem Merkwissen. Die Lösungen zu allen Aufgaben, Lückentexten und Tabellen stehen im Lösungs-PDF unten im Lehrkräfte-Kasten.

Für Lehrkräfte

Lösungen

Unten die elf Hefteinträge zum Nachschlagen; das Lösungs-PDF enthält jede Aufgabe der Reihe mit Lösung. Die Reihe deckt den Lernbereich 2.2.2 des Thüringer Lehrplans Medienbildung und Informatik (Regelschule, Klassenstufe 8) ab: technische Aspekte der Medienproduktion, rechtliche und ethische Grundsätze, Konsequenzen der Verbreitung, Planung und Erstellung von Medienprodukten, Barrierefreiheit, Bewertung von Webanwendungen. Der Kasten ist bewusst zugeklappt; die Klasse braucht ihn nicht.

Hefteinträge und Lösungen anzeigen
  1. Satz 1 Wenn ich etwas veröffentliche, gebe ich eine Kopie weg. Sie kann weitergegeben werden, auch wenn ich das Original lösche.
  2. Satz 2 Ein Medienprodukt ist etwas Fertiges, das ich für andere mache. Blog = man liest, Podcast = man hört, Video = man sieht.
  3. Satz 3 Bevor ich anfange, lege ich die Zielgruppe fest. Ich frage: Was weiß sie schon, welches Gerät nutzt sie, und spreche ich sie mit du oder Sie an?
  4. Satz 4 Ton und Bild werden codiert, das heißt in Zahlen übersetzt. Die Endung hinter dem Punkt verrät, welches Format die Datei hat.
  5. Satz 5 Kompression macht Dateien kleiner. Verlustfrei: Alles kommt beim Auspacken zurück. Verlustbehaftet: Etwas wird weggelassen und ist für immer weg.
  6. Satz 6 Beim Streaming kommt das Video in Paketen vom Server. Der Puffer sammelt ein paar Sekunden voraus. Ist die Leitung zu langsam, friert das Bild ein.
  7. Satz 7 Wer etwas erschafft, ist der Urheber. Ich darf Fremdes nur nutzen, wenn ich ein Nutzungsrecht habe oder eine Lizenz es erlaubt. Dann nenne ich die Quelle.
  8. Satz 8 Bevor ich jemanden zeige, brauche ich seine Einwilligung – bei Minderjährigen auch die der Eltern. Ich veröffentliche so wenig Daten wie möglich.
  9. Satz 9 Barrierefrei heißt: Jeder kann meinen Inhalt nutzen. Bilder bekommen einen Alt-Text, Videos Untertitel, Texte klare Überschriften.
  10. Satz 10 Mein Inhalt wirkt auf andere. Ich prüfe vorher, ob er jemanden verletzt oder eine Gruppe als Klischee darstellt. Verbreiten hat Folgen für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft.
  11. Satz 11 Bevor ich eine Plattform wähle, lese ich die Nutzungsbedingungen. Ich prüfe Mindestalter, Rechte und ob ich meinen Inhalt wieder löschen kann.

Leitfrage (Schritt 13), erwartete Elemente: Veröffentlichen = Kopie weggeben, die sich ohne mich vervielfältigt (1). Vorher wissen: Format und Größe (4–6), wem was gehört und was ich zeigen darf (7–8), wer es nutzen können muss (9), was es auslöst (10), wo es liegt und was ich dafür abgebe (11). Vorher entscheiden: Zielgruppe (3), Produkt (2), Plattform (11) – oder gar nicht veröffentlichen (12).

Lösungen als PDF A4, mit Kopf- und Fußzeile – Lösungen zu allen 57 Aufgaben und Lückentexten der dreizehn Schritte (auch zum Test), die gefüllten Heft-Tabellen, die elf Sätze des Passes, Erwartungshorizonte zu den Schreibfeldern

Datenschutz

Ohne Namen, ohne Konto – und ohne Upload

Die Klasse braucht keine Anmeldung. Wer einem Raum beitritt, bekommt ein Tier und eine Farbe als Kennung. Geschriebene Antworten liegen nur, solange der Raum läuft. Das Kompressions-Labor rechnet ausschließlich im Browser: Ein eigenes Bild verlässt das Gerät nicht – die Reihe hält sich selbst an das, was sie in Schritt 8 lehrt.

Steve Wagner, Lehrer

Wer dahintersteckt

Steve Wagner

Lehrer an einer Regelschule

Ich unterrichte Wirtschaft-Recht-Technik, Medien & Informatik sowie Deutsch als Zweitsprache. Vieles, was ich für meinen eigenen Unterricht erstelle, ist zu schade, um in der Schublade zu verschwinden. Deshalb teile ich mein Material hier – kostenlos, ohne Anmeldung und für alle, die es brauchen können: Kolleginnen und Kollegen genauso wie Schülerinnen und Schüler.