Wem gehört das?

Im Unterricht durftest du die Buchseite kopieren. Warum darf sie trotzdem nicht auf die Schulhomepage?

Eine Leinwand auf einer Staffelei, an deren Ecke ein kleines Vorhängeschloss hängt; auf dem Boden davor liegt ein Schlüssel.

Der Widerspruch

Kopieren erlaubt – hochladen verboten?

  • Klasse gemeinsam

Für Schule gibt es im Gesetz eine Ausnahme: Lehrkräfte dürfen kleine Teile aus Büchern für den Unterricht kopieren. Diese Ausnahme gilt nur im Klassenzimmer. Sobald etwas ins Internet geht, gilt die normale Regel – und die heißt: Wer etwas gemacht hat, entscheidet, was damit passiert.

Deine Aufgabe: Überlegt: Warum macht das Gesetz diesen Unterschied zwischen Klassenzimmer und Internet? Was ist im Internet anders?

Tipp
Denk an Schritt 1: Kopien. Im Klassenzimmer sehen es 25 Leute. Im Internet sind es Kopien ohne Ende.

Urheber und Werk

Alles, was jemand gemacht hat

  • Partnerarbeit

Wer einen Text schreibt, ein Foto macht, ein Lied aufnimmt oder ein Video schneidet, ist der Urheber. Das Ding heißt Werk. Das Recht daran entsteht von allein – ohne Anmeldung, ohne ©-Zeichen, ohne Geld. Auch bei dir: Dein Sportfest-Video gehört dir.

Urheberrecht – die drei Kernsätze

  • Das Werk gehört dem, der es gemacht hat. Automatisch, sofort.
  • Andere dürfen es nur nutzen, wenn der Urheber es erlaubt – das heißt Nutzungsrecht.
  • Die Erlaubnis kann für alle gelten (eine Lizenz) oder nur für dich (du fragst und bekommst ein Ja).

Deine Aufgabe: Wahr oder falsch? Zehn Alltagsfälle – die meisten habt ihr schon erlebt.

Deine Aufgabe

Darf ich das?

Zehn Fälle aus dem Alltag. Erlaubt oder nicht?

Ich beurteile Alltagsfälle nach dem Urheberrecht.

Medien Informatik Klasse 7/8 Digitale Inhalte

Zehn Fälle aus dem Alltag. Erlaubt oder nicht?

Richtig oder falsch?

  • Ich nehme ein Bild aus der Bildersuche und stelle es in meinen Blog. Erlaubt, weil es öffentlich zu sehen war.
  • Ich schneide unter mein Video ein Lied aus den Charts. Erlaubt, weil ich es gekauft habe.
  • Ich nutze ein Foto von Wikimedia mit CC-BY-Lizenz und nenne den Namen des Fotografen. Erlaubt.
  • Ich mache ein Meme aus einem Standbild einer Serie und poste es öffentlich. Erlaubt, weil alle das machen.
  • Ich fotografiere den Marktplatz selbst und stelle das Foto online. Erlaubt.
  • Ich zitiere in meinem Referat zwei Sätze aus einem Buch und gebe Autor und Titel an. Erlaubt.
  • Meine Lehrerin darf Seiten aus dem Schulbuch für den Unterricht kopieren – also darf ich sie auf die Schulhomepage stellen.
  • Ein Bild mit ND-Zeichen darf ich beschneiden und umfärben, wenn ich den Namen nenne.
  • Musik mit NC-Zeichen darf ich in einem Schul-Podcast nutzen, der nichts kostet.
  • Ein Werk ist gemeinfrei, wenn der Urheber seit mehr als 70 Jahren tot ist.
Für Profis
Das Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Deshalb darfst du Beethoven spielen und aufnehmen – aber nicht die Aufnahme eines Orchesters von letztem Jahr nehmen. Die gehört dem Orchester.

Creative Commons

Lizenzen, die jeder lesen kann

  • Partnerarbeit

Viele Menschen wollen, dass andere ihre Werke benutzen – Fotografinnen, Musiker, alle, die bei Wikipedia schreiben. Aber wie sagt man das so, dass es weltweit gilt und jeder versteht? Dafür gibt es Creative Commons (kurz CC): eine gemeinnützige Organisation, die seit 2001 fertige Lizenztexte anbietet. Der Urheber hängt eine CC-Lizenz an sein Werk – und jeder weiß sofort, was erlaubt ist.

So funktioniert eine CC-Lizenz

  • Der Urheber behält sein Urheberrecht. Er gibt nur eine Erlaubnis für alle – mit Bedingungen.
  • Die Bedingungen sind vier Bausteine, jeder mit Kürzel und Zeichen (unten). Der Urheber wählt, welche gelten.
  • BY ist immer dabei: Wer ein CC-Werk nutzt, nennt den Urheber. Immer.
  • Die Lizenz steht am Werk, zum Beispiel CC BY-NC-SA 4.0. „4.0“ ist die Fassung des Lizenztextes.

Die vier Bausteine – und CC0, das keine Lizenz ist, sondern ein Verzicht.

Kreis mit einer Person darin

BY – Namensnennung

Du nennst den Urheber. Bei jeder CC-Lizenz Pflicht.

Kreis mit einem Pfeil, der im Kreis läuft

SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Wenn du etwas daraus machst, bekommt es dieselbe Lizenz.

Kreis mit durchgestrichenem Euro-Zeichen

NC – nicht kommerziell

Nutzen ja – aber nicht, um Geld zu verdienen.

Kreis mit Gleichheitszeichen

ND – keine Bearbeitung

Nur unverändert weitergeben. Nicht schneiden, nicht übermalen.

Kreis mit durchgestrichener Null

CC0 – „kein Urheberrecht“

Der Urheber verzichtet auf alle Rechte. Nutzen, ändern, ohne Namen – alles erlaubt.

Die Zeichen hier sind unsere eigene Zeichnung. Die echten CC-Zeichen sehen fast genauso aus – du erkennst sie wieder.

Deine Aufgabe

Vier Bausteine und CC0: die Zeichen

Ordne jeder Bedeutung das passende Zeichen zu.

Ich erkenne die Zeichen der vier CC-Bausteine und von CC0.

Medien Informatik Klasse 7/8 Digitale Inhalte

Ordne jeder Bedeutung das passende Zeichen zu.

Was gehört zusammen?

  • Namensnennung (BY)
  • Weitergabe gleich (SA)
  • Nicht kommerziell (NC)
  • Keine Bearbeitung (ND)
  • Gemeinfrei (CC0)
  • Gemeinfrei (CC0)
  • Keine Bearbeitung (ND)
  • Namensnennung (BY)
  • Nicht kommerziell (NC)
  • Weitergabe gleich (SA)

Aus den Bausteinen entstehen sechs Lizenzen – von „sehr frei“ bis „nur so, wie es ist“. Diese Tabelle kommt ins Heft.

Die sechs Creative-Commons-Lizenzen (Heft)
LizenzNamen nennenVerändern erlaubtGeld verdienen erlaubtBearbeitung muss gleiche Lizenz haben
CC BYjajajanein
CC BY-SAjajajaja
CC BY-NDjaneinja–
CC BY-NCjajaneinnein
CC BY-NC-SAjajaneinja
CC BY-NC-NDjaneinnein–
CC0neinjajanein

Deine Aufgabe: Lies die Lizenznamen wie ein Profi. Sechs Werke, sechs Lizenzen – was darfst du damit?

Deine Aufgabe

Lizenznamen lesen

Sechs Werke, sechs Lizenzen. Was darfst du damit – für ein Schulprojekt, das nichts kostet?

Ich lese den Namen einer Creative-Commons-Lizenz und leite ab, was erlaubt ist.

Medien Informatik Klasse 7/8 Digitale Inhalte

Sechs Werke, sechs Lizenzen. Was darfst du damit – für ein Schulprojekt, das nichts kostet?

Ein Foto trägt CC BY 4.0. Du willst es für die Schulhomepage zuschneiden.

  • Erlaubt – Namen nennen, dann darfst du es sogar zuschneiden
  • Nur erlaubt, wenn du das Foto vorher komplett neu malst
  • Nur erlaubt, wenn du dem Fotografen Geld überweist
  • Verboten – CC BY erlaubt keine Änderungen am Bild

Ein Lied trägt CC BY-NC-ND 4.0. Du willst zwanzig Sekunden davon unter dein Erklärvideo legen.

  • Erlaubt – Musik unter Video ist keine Bearbeitung
  • Erlaubt – NC passt, die Schule verdient nichts
  • Nicht erlaubt – ND: Kürzen ist eine Bearbeitung
  • Nur erlaubt, wenn das Video kürzer als eine Minute ist

Ein Text aus Wikipedia trägt CC BY-SA 4.0. Du baust daraus einen Blog-Beitrag.

  • Erlaubt – Namen nennen und den Beitrag auch unter CC BY-SA stellen
  • Erlaubt, ohne den Beitrag selbst zu lizenzieren
  • Nur erlaubt, wenn du Wikipedia vorher schriftlich fragst
  • Verboten – Wikipedia-Texte darf man nie übernehmen

Eine Grafik trägt CC BY-NC 4.0. Ein Verein will sie auf T-Shirts drucken und verkaufen.

  • Erlaubt – Vereine sind nie kommerziell
  • Erlaubt, wenn der Name des Urhebers auf dem Shirt steht
  • Nicht erlaubt – NC verbietet Nutzung, um Geld zu verdienen
  • Nur erlaubt, wenn die Grafik vorher verändert wird

Ein Symbol trägt CC0. Du willst es umfärben und ohne Namensnennung nutzen.

  • Erlaubt – CC0 heißt: alle Rechte abgegeben
  • Nur erlaubt, wenn du den Urheber trotzdem nennst
  • Nur erlaubt, wenn du es nicht umfärbst
  • Verboten – ohne Namen geht bei CC nie etwas

Ein Foto trägt CC BY-ND 4.0. Du willst es unverändert mit Namensnennung in dein Referat stellen.

  • Erlaubt – unverändert und mit Namen ist genau das, was ND verlangt
  • Nur erlaubt, wenn das Referat nicht benotet wird
  • Nur erlaubt, wenn du es zusätzlich zuschneidest
  • Verboten – ND verbietet jede Nutzung
Tipp
Lies den Namen von links nach rechts und frag bei jedem Kürzel: Was verlangt es? CC BY-NC-ND = Namen nennen + nicht kommerziell + keine Bearbeitung. Wo findest du CC-Werke? Bei Wikimedia Commons, in Bilddatenbanken mit Lizenzangabe, in Musikarchiven mit „CC“ – die Lizenz steht immer dabei. Lesen, bevor du herunterlädst, und notieren.
Für Profis
Warum gibt es NC und ND überhaupt, wenn „frei“ das Ziel ist? Weil viele Urheber gern teilen, aber nicht wollen, dass jemand anders mit ihrer Arbeit Geld verdient oder sie entstellt. Wikipedia nutzt CC BY-SA: Jeder darf die Artikel nehmen und verändern – muss das Ergebnis aber wieder unter CC BY-SA freigeben. So bleibt frei, was einmal frei war.

Entscheidungsbaum

Darf ich das?

  • Einzelarbeit

Drei Fragen, dann weißt du es. Klapp den Baum von oben nach unten auf. Die drei Fragen kommen ins Heft.

1. Habe ich es selbst gemacht – ganz allein, ohne fremde Teile?
Ja

Dann gehört es dir. Du entscheidest. (Sind Personen darauf? Dann weiter mit Schritt 8.)

Nein – ich habe etwas Fremdes benutzt
2. Steht eine Lizenz dabei, die das Nutzen erlaubt?
Ja, eine freie Lizenz (BY, SA, NC, ND, CC0)

Dann halte dich an ihre Bedingungen: Namen nennen, nicht verkaufen, nicht verändern – je nach Zeichen. Und schreib die Quelle auf.

Nein oder ich weiß es nicht
3. Kann ich den Urheber fragen?
Ja

Frag – schriftlich, und heb das Ja auf. Ohne Ja: nicht benutzen.

Nein

Dann weglassen. Such ein freies Werk oder mach es selbst. Das ist der häufigste Ausgang – und der sicherste.

Geh mit drei Beispielen durch den Baum: ein Foto aus einer Suchmaschine, ein Lied aus den Charts, ein Bild von Wikimedia mit BY-Zeichen.

Quelle angeben

Vier Angaben, immer in dieser Reihenfolge

  • Einzelarbeit

Wenn du etwas Fremdes benutzt, schreibst du dazu, woher es kommt. Das schuldest du dem Urheber – und es schützt dich.

Die Quellenangabe

  • Titel des Werks · Urheber (Name) · Quelle (Website oder Link) · Lizenz (z. B. CC BY 4.0)
  • Beispiel: „Marktplatz Erfurt“, Foto: A. Beispiel, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Deine Aufgabe: Baue aus den Teilen eine richtige Quellenangabe.

Deine Aufgabe

Eine Quellenangabe bauen

Bring die Teile in die richtige Reihenfolge: Titel, Urheber, Quelle, Lizenz.

Ich stelle eine vollständige Quellenangabe in der richtigen Reihenfolge zusammen.

Medien Informatik Klasse 7/8 Digitale Inhalte

Bring die Teile in die richtige Reihenfolge: Titel, Urheber, Quelle, Lizenz.

4.0A.Beispiel,BY-SACCCommons,Erfurt“,Foto:Wikimedia„Marktplatz

(Titel · Urheber · Quelle · Lizenz)

4.0B.BYCCFreiesMusik:Musikarchiv,Muster,„Morgenlied“,

8b,alleAufnahme,beiC.dereigeneFoto:Herbst“,imKlasseKlasseRechte„Schulhof

Zusätzlich ins Heft · Merkwissen aus diesem Schritt

Deine Lehrkraft sagt, was davon ihr abschreibt – alles, einen Teil oder nichts.

Urheberrecht – die Kernsätze

  • Wer einen Text, ein Foto, ein Lied, ein Video oder ein Programm macht, ist der Urheber. Das Gemachte heißt Werk.
  • Das Urheberrecht entsteht von allein – ohne Anmeldung, ohne ©-Zeichen. Es endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
  • Andere dürfen ein Werk nur nutzen, wenn der Urheber es erlaubt. Die Erlaubnis heißt Nutzungsrecht; gilt sie für alle mit festen Bedingungen, heißt sie Lizenz.
  • Die Schul-Ausnahme (kopieren für den Unterricht) gilt nur im Klassenzimmer – nicht im Internet.

Creative Commons (CC)

  • Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation, die fertige Lizenztexte anbietet. Mit einer CC-Lizenz erlaubt der Urheber allen die Nutzung seines Werks – unter Bedingungen. Sein Urheberrecht behält er.
  • Vier Bausteine: BY – Namen nennen (immer Pflicht) · SA – Bearbeitungen unter gleicher Lizenz weitergeben · NC – nicht kommerziell · ND – keine Bearbeitung.
  • Daraus entstehen sechs Lizenzen: CC BY, CC BY-SA, CC BY-ND, CC BY-NC, CC BY-NC-SA, CC BY-NC-ND. Dazu CC0: Der Urheber verzichtet auf alle Rechte.
  • Lesen: „CC BY-NC-SA 4.0“ = Namen nennen, nicht kommerziell, gleiche Lizenz weitergeben; 4.0 ist die Fassung des Lizenztextes.

Quellenangabe

  • Titel · Urheber · Quelle (Website/Link) · Lizenz – immer in dieser Reihenfolge. Die Quellenangabe ersetzt die Erlaubnis nicht, sie kommt dazu.
  • Zitat: ein kurzes Stück Fremdes mit Angabe, um es zu besprechen – das erlaubt das Gesetz.

Wortspeicher: Fachwort — einfach gesagt — Beispiel

Urheber
wer das Werk gemacht hat — du bei deinem Video
Werk
das Gemachte — Text, Foto, Lied, Video, Programm
Urheberrecht
das Recht des Urhebers zu entscheiden — entsteht automatisch
Nutzungsrecht
die Erlaubnis, ein Werk zu benutzen — ein Ja per Nachricht
Lizenz
eine Erlaubnis für alle mit Bedingungen — CC BY
Creative Commons (CC)
Organisation mit fertigen Lizenztexten aus vier Bausteinen — CC BY-NC-SA 4.0
Zitat
ein kurzes Stück Fremdes mit Angabe, um es zu besprechen — ein Satz aus einem Buch in deinem Referat

Ins Heft

Satz 7 von 11

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In dein Heft · Satz 7 von 11 für den Veröffentlichen-Pass

Wer etwas erschafft, ist der . Ich darf Fremdes nur nutzen, wenn ich ein habe oder eine es erlaubt. Dann nenne ich die .

Vier Lücken, alle aus dem Wortspeicher und dem Quellen-Kasten.