Medien & Informatik · Klasse 7/8
Wem gehört das?
Im Unterricht durftest du die Buchseite kopieren. Warum darf sie trotzdem nicht auf die Schulhomepage?

Der Widerspruch
Kopieren erlaubt – hochladen verboten?
Für Schule gibt es im Gesetz eine Ausnahme: Lehrkräfte dürfen kleine Teile aus Büchern für den Unterricht kopieren. Diese Ausnahme gilt nur im Klassenzimmer. Sobald etwas ins Internet geht, gilt die normale Regel – und die heißt: Wer etwas gemacht hat, entscheidet, was damit passiert.
Deine Aufgabe: Überlegt: Warum macht das Gesetz diesen Unterschied zwischen Klassenzimmer und Internet? Was ist im Internet anders?
Tipp
Urheber und Werk
Alles, was jemand gemacht hat
Wer einen Text schreibt, ein Foto macht, ein Lied aufnimmt oder ein Video schneidet, ist der Urheber. Das Ding heißt Werk. Das Recht daran entsteht von allein – ohne Anmeldung, ohne ©-Zeichen, ohne Geld. Auch bei dir: Dein Sportfest-Video gehört dir.
Urheberrecht – die drei Kernsätze
- Das Werk gehört dem, der es gemacht hat. Automatisch, sofort.
- Andere dürfen es nur nutzen, wenn der Urheber es erlaubt – das heißt Nutzungsrecht.
- Die Erlaubnis kann für alle gelten (eine Lizenz) oder nur für dich (du fragst und bekommst ein Ja).
Deine Aufgabe: Wahr oder falsch? Zehn Alltagsfälle – die meisten habt ihr schon erlebt.
Deine Aufgabe
Darf ich das?
Zehn Fälle aus dem Alltag. Erlaubt oder nicht?
Ich beurteile Alltagsfälle nach dem Urheberrecht.
Zehn Fälle aus dem Alltag. Erlaubt oder nicht?
Richtig oder falsch?
- Ich nehme ein Bild aus der Bildersuche und stelle es in meinen Blog. Erlaubt, weil es öffentlich zu sehen war.
- Ich schneide unter mein Video ein Lied aus den Charts. Erlaubt, weil ich es gekauft habe.
- Ich nutze ein Foto von Wikimedia mit CC-BY-Lizenz und nenne den Namen des Fotografen. Erlaubt.
- Ich mache ein Meme aus einem Standbild einer Serie und poste es öffentlich. Erlaubt, weil alle das machen.
- Ich fotografiere den Marktplatz selbst und stelle das Foto online. Erlaubt.
- Ich zitiere in meinem Referat zwei Sätze aus einem Buch und gebe Autor und Titel an. Erlaubt.
- Meine Lehrerin darf Seiten aus dem Schulbuch für den Unterricht kopieren – also darf ich sie auf die Schulhomepage stellen.
- Ein Bild mit ND-Zeichen darf ich beschneiden und umfärben, wenn ich den Namen nenne.
- Musik mit NC-Zeichen darf ich in einem Schul-Podcast nutzen, der nichts kostet.
- Ein Werk ist gemeinfrei, wenn der Urheber seit mehr als 70 Jahren tot ist.
Für Profis
Creative Commons
Lizenzen, die jeder lesen kann
Viele Menschen wollen, dass andere ihre Werke benutzen – Fotografinnen, Musiker, alle, die bei Wikipedia schreiben. Aber wie sagt man das so, dass es weltweit gilt und jeder versteht? Dafür gibt es Creative Commons (kurz CC): eine gemeinnützige Organisation, die seit 2001 fertige Lizenztexte anbietet. Der Urheber hängt eine CC-Lizenz an sein Werk – und jeder weiß sofort, was erlaubt ist.
So funktioniert eine CC-Lizenz
- Der Urheber behält sein Urheberrecht. Er gibt nur eine Erlaubnis für alle – mit Bedingungen.
- Die Bedingungen sind vier Bausteine, jeder mit Kürzel und Zeichen (unten). Der Urheber wählt, welche gelten.
- BY ist immer dabei: Wer ein CC-Werk nutzt, nennt den Urheber. Immer.
- Die Lizenz steht am Werk, zum Beispiel
CC BY-NC-SA 4.0. „4.0“ ist die Fassung des Lizenztextes.
Die vier Bausteine – und CC0, das keine Lizenz ist, sondern ein Verzicht.
BY – Namensnennung
Du nennst den Urheber. Bei jeder CC-Lizenz Pflicht.
SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Wenn du etwas daraus machst, bekommt es dieselbe Lizenz.
NC – nicht kommerziell
Nutzen ja – aber nicht, um Geld zu verdienen.
ND – keine Bearbeitung
Nur unverändert weitergeben. Nicht schneiden, nicht übermalen.
CC0 – „kein Urheberrecht“
Der Urheber verzichtet auf alle Rechte. Nutzen, ändern, ohne Namen – alles erlaubt.
Die Zeichen hier sind unsere eigene Zeichnung. Die echten CC-Zeichen sehen fast genauso aus – du erkennst sie wieder.
Deine Aufgabe
Vier Bausteine und CC0: die Zeichen
Ordne jeder Bedeutung das passende Zeichen zu.
Ich erkenne die Zeichen der vier CC-Bausteine und von CC0.
Ordne jeder Bedeutung das passende Zeichen zu.
Was gehört zusammen?
- Namensnennung (BY)
- Weitergabe gleich (SA)
- Nicht kommerziell (NC)
- Keine Bearbeitung (ND)
- Gemeinfrei (CC0)
- Gemeinfrei (CC0)
- Keine Bearbeitung (ND)
- Namensnennung (BY)
- Nicht kommerziell (NC)
- Weitergabe gleich (SA)
Aus den Bausteinen entstehen sechs Lizenzen – von „sehr frei“ bis „nur so, wie es ist“. Diese Tabelle kommt ins Heft.
| Lizenz | Namen nennen | Verändern erlaubt | Geld verdienen erlaubt | Bearbeitung muss gleiche Lizenz haben |
|---|---|---|---|---|
| CC BY | ja | ja | ja | nein |
| CC BY-SA | ja | ja | ja | ja |
| CC BY-ND | ja | nein | ja | – |
| CC BY-NC | ja | ja | nein | nein |
| CC BY-NC-SA | ja | ja | nein | ja |
| CC BY-NC-ND | ja | nein | nein | – |
| CC0 | nein | ja | ja | nein |
Deine Aufgabe: Lies die Lizenznamen wie ein Profi. Sechs Werke, sechs Lizenzen – was darfst du damit?
Deine Aufgabe
Lizenznamen lesen
Sechs Werke, sechs Lizenzen. Was darfst du damit – für ein Schulprojekt, das nichts kostet?
Ich lese den Namen einer Creative-Commons-Lizenz und leite ab, was erlaubt ist.
Sechs Werke, sechs Lizenzen. Was darfst du damit – für ein Schulprojekt, das nichts kostet?
Ein Foto trägt CC BY 4.0. Du willst es für die Schulhomepage zuschneiden.
Ein Lied trägt CC BY-NC-ND 4.0. Du willst zwanzig Sekunden davon unter dein Erklärvideo legen.
Ein Text aus Wikipedia trägt CC BY-SA 4.0. Du baust daraus einen Blog-Beitrag.
Eine Grafik trägt CC BY-NC 4.0. Ein Verein will sie auf T-Shirts drucken und verkaufen.
Ein Symbol trägt CC0. Du willst es umfärben und ohne Namensnennung nutzen.
Ein Foto trägt CC BY-ND 4.0. Du willst es unverändert mit Namensnennung in dein Referat stellen.
Tipp
CC BY-NC-ND = Namen nennen + nicht kommerziell + keine Bearbeitung. Wo findest du CC-Werke? Bei Wikimedia Commons, in Bilddatenbanken mit Lizenzangabe, in Musikarchiven mit „CC“ – die Lizenz steht immer dabei. Lesen, bevor du herunterlädst, und notieren.Für Profis
CC BY-SA: Jeder darf die Artikel nehmen und verändern – muss das Ergebnis aber wieder unter CC BY-SA freigeben. So bleibt frei, was einmal frei war.Entscheidungsbaum
Darf ich das?
Drei Fragen, dann weißt du es. Klapp den Baum von oben nach unten auf. Die drei Fragen kommen ins Heft.
1. Habe ich es selbst gemacht – ganz allein, ohne fremde Teile?
Ja
Dann gehört es dir. Du entscheidest. (Sind Personen darauf? Dann weiter mit Schritt 8.)
Nein – ich habe etwas Fremdes benutzt
2. Steht eine Lizenz dabei, die das Nutzen erlaubt?
Ja, eine freie Lizenz (BY, SA, NC, ND, CC0)
Dann halte dich an ihre Bedingungen: Namen nennen, nicht verkaufen, nicht verändern – je nach Zeichen. Und schreib die Quelle auf.
Nein oder ich weiß es nicht
3. Kann ich den Urheber fragen?
Ja
Frag – schriftlich, und heb das Ja auf. Ohne Ja: nicht benutzen.
Nein
Dann weglassen. Such ein freies Werk oder mach es selbst. Das ist der häufigste Ausgang – und der sicherste.
Geh mit drei Beispielen durch den Baum: ein Foto aus einer Suchmaschine, ein Lied aus den Charts, ein Bild von Wikimedia mit BY-Zeichen.
Quelle angeben
Vier Angaben, immer in dieser Reihenfolge
Wenn du etwas Fremdes benutzt, schreibst du dazu, woher es kommt. Das schuldest du dem Urheber – und es schützt dich.
Die Quellenangabe
- Titel des Werks · Urheber (Name) · Quelle (Website oder Link) · Lizenz (z. B. CC BY 4.0)
- Beispiel: „Marktplatz Erfurt“, Foto: A. Beispiel, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Deine Aufgabe: Baue aus den Teilen eine richtige Quellenangabe.
Deine Aufgabe
Eine Quellenangabe bauen
Bring die Teile in die richtige Reihenfolge: Titel, Urheber, Quelle, Lizenz.
Ich stelle eine vollständige Quellenangabe in der richtigen Reihenfolge zusammen.
Bring die Teile in die richtige Reihenfolge: Titel, Urheber, Quelle, Lizenz.
4.0A.Beispiel,BY-SACCCommons,Erfurt“,Foto:Wikimedia„Marktplatz
(Titel · Urheber · Quelle · Lizenz)
4.0B.BYCCFreiesMusik:Musikarchiv,Muster,„Morgenlied“,
8b,alleAufnahme,beiC.dereigeneFoto:Herbst“,imKlasseKlasseRechte„Schulhof
Deine Lehrkraft sagt, was davon ihr abschreibt – alles, einen Teil oder nichts.
Urheberrecht – die Kernsätze
- Wer einen Text, ein Foto, ein Lied, ein Video oder ein Programm macht, ist der Urheber. Das Gemachte heißt Werk.
- Das Urheberrecht entsteht von allein – ohne Anmeldung, ohne ©-Zeichen. Es endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
- Andere dürfen ein Werk nur nutzen, wenn der Urheber es erlaubt. Die Erlaubnis heißt Nutzungsrecht; gilt sie für alle mit festen Bedingungen, heißt sie Lizenz.
- Die Schul-Ausnahme (kopieren für den Unterricht) gilt nur im Klassenzimmer – nicht im Internet.
Creative Commons (CC)
- Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation, die fertige Lizenztexte anbietet. Mit einer CC-Lizenz erlaubt der Urheber allen die Nutzung seines Werks – unter Bedingungen. Sein Urheberrecht behält er.
- Vier Bausteine: BY – Namen nennen (immer Pflicht) · SA – Bearbeitungen unter gleicher Lizenz weitergeben · NC – nicht kommerziell · ND – keine Bearbeitung.
- Daraus entstehen sechs Lizenzen: CC BY, CC BY-SA, CC BY-ND, CC BY-NC, CC BY-NC-SA, CC BY-NC-ND. Dazu CC0: Der Urheber verzichtet auf alle Rechte.
- Lesen: „CC BY-NC-SA 4.0“ = Namen nennen, nicht kommerziell, gleiche Lizenz weitergeben; 4.0 ist die Fassung des Lizenztextes.
Quellenangabe
- Titel · Urheber · Quelle (Website/Link) · Lizenz – immer in dieser Reihenfolge. Die Quellenangabe ersetzt die Erlaubnis nicht, sie kommt dazu.
- Zitat: ein kurzes Stück Fremdes mit Angabe, um es zu besprechen – das erlaubt das Gesetz.
Wortspeicher: Fachwort — einfach gesagt — Beispiel
- Urheber
- wer das Werk gemacht hat — du bei deinem Video
- Werk
- das Gemachte — Text, Foto, Lied, Video, Programm
- Urheberrecht
- das Recht des Urhebers zu entscheiden — entsteht automatisch
- Nutzungsrecht
- die Erlaubnis, ein Werk zu benutzen — ein Ja per Nachricht
- Lizenz
- eine Erlaubnis für alle mit Bedingungen — CC BY
- Creative Commons (CC)
- Organisation mit fertigen Lizenztexten aus vier Bausteinen — CC BY-NC-SA 4.0
- Zitat
- ein kurzes Stück Fremdes mit Angabe, um es zu besprechen — ein Satz aus einem Buch in deinem Referat
Ins Heft
Satz 7 von 11
Wer etwas erschafft, ist der . Ich darf Fremdes nur nutzen, wenn ich ein habe oder eine es erlaubt. Dann nenne ich die .
Vier Lücken, alle aus dem Wortspeicher und dem Quellen-Kasten.