Medien & Informatik · Klasse 7/8
Was macht das mit anderen?
Ein Meme, zwei Enden. Was dein Inhalt bei anderen auslöst, entscheidest du – bevor du ihn abschickst.

Der Fall
Ein Meme, zwei Enden
Erfunden, aber nicht weit hergeholt. Lies beide Enden und schreib dann.
Der Anfang
- Lena baut aus einem Foto von Paul, das er selbst in die Klassengruppe gestellt hat, ein Meme: sein Gesicht mit einem Spruch über sein Referat.
- Sie schickt es in die Klassengruppe. Zwölf Leute schreiben „😂“.
Ende A
- Es bleibt in der Gruppe. Paul lacht mit, findet es halb lustig, halb doof. Am nächsten Tag ist es vergessen.
Ende B
- Jemand stellt es öffentlich. Fremde kommentieren. Pauls Schwester sieht es. Ein Lehrer sieht es. Paul kommt drei Tage nicht in die Schule.
- Lena sagt: „War doch nur Spaß.“
Deine Aufgabe: Was ist deine Meinung dazu – und was hätte besser laufen können? Schreib es ins Feld; im Lernraum kommen alle Antworten an die Wand.
Deine Aufgabe
Ein Meme, zwei Enden
Erst selbst überlegen. Mit „Abschicken“ sieht es die Klasse an der Wand.
Ich nehme zu einer Veröffentlichung Stellung und beschreibe, was besser hätte laufen können – für Einzelne und für die Gemeinschaft.
Erst selbst überlegen. Mit „Abschicken“ sieht es die Klasse an der Wand.
Was ist deine Meinung dazu – und was hätte besser laufen können?
So kannst du anfangen
- Ich finde, …
- Für Paul bedeutet Ende B …
- Besser gelaufen wäre es, wenn Lena …
- Vorher hätte Lena fragen können: …
Tipp
Wirkung
Text, Bild, Video – dieselbe Aussage, drei Stärken
Ein Satz ärgert. Derselbe Satz als Bild mit Gesicht verletzt. Als Video mit Musik und Schnitt kann er jemanden fertigmachen. Wirkung wächst mit Emotion, Reichweite und Dauer.
Deine Aufgabe: Ordnet die Fassungen nach Wirkung – von schwach nach stark. Begründet die Reihenfolge.
Deine Aufgabe
Von schwach nach stark
Dieselbe Aussage in fünf Formen. Ordne von der schwächsten zur stärksten Wirkung.
Ich ordne Darstellungsformen nach ihrer Wirkung.
Dieselbe Aussage in fünf Formen. Ordne von der schwächsten zur stärksten Wirkung.
Für Profis
Fair zeigen
Wer kommt vor – und wie?
Ein Inhalt kann verletzen, ohne dass jemand es will: wenn er Menschen auf ein Klischee festlegt. Stereotyp heißt: eine ganze Gruppe wird gleich dargestellt – Mädchen so, Jungen so, Menschen aus Land X so. Wer nur eine Sorte Menschen zeigt oder eine Gruppe immer in derselben Rolle, diskriminiert, oft ohne es zu merken.
Drei Prüffragen für dein Produkt
- Wer kommt vor? Wer fehlt?
- Wer spricht, wer wird nur gezeigt? Wer erklärt, wer wird erklärt?
- Würde ein Mensch aus der gezeigten Gruppe sich hier wiedererkennen – oder nur das Klischee?
Deine Aufgabe: Erkenne in den Beispielen, wo ein Stereotyp steckt – und wo nicht.
Deine Aufgabe
Wo steckt das Klischee?
Vier Beispiele aus Schülerprodukten. Was ist das Problem – oder gibt es keins?
Ich erkenne Stereotype in Bild und Sprache und finde faire Alternativen.
Vier Beispiele aus Schülerprodukten. Was ist das Problem – oder gibt es keins?
Ein Erklärvideo über Technik. Alle Erklärenden sind Jungen; die Mädchen im Video hören zu.
Ein Comic über den ersten Schultag. Die Figuren sehen verschieden aus, alle haben mal einen Fehler, alle helfen mal.
Ein Podcast über Berufe. Der Sprecher sagt: „Das ist natürlich eher was für Mädchen.“
Ein Plakat zeigt Menschen aus einem anderen Land nur in traditioneller Kleidung beim Tanzen.
Positiv gedacht
Verbreitung kann auch helfen
Reichweite ist nicht böse. Sie ist ein Werkzeug. Dieselbe Kette aus Schritt 1 bringt Spendenaufrufe zu tausend Menschen, findet vermisste Haustiere, erklärt Kindern die Welt.
| Ziel | Beispiel | Gute Folge | Mögliche schlechte Folge |
|---|---|---|---|
| Informieren | Erklärvideo, Schulnachrichten | Wissen kommt an | Falsches verbreitet sich genauso schnell |
| Unterhalten | Meme, Sketch | Lachen, Gemeinschaft | Lachen auf Kosten einer Person |
| Meinung zeigen | Kommentar, Beitrag | Debatte, Mitbestimmung | Streit, Beleidigung |
| Werben | Produktvideo | Kunden finden | Manipulation, Druck |
| Helfen | Spendenaufruf, Suche | Hilfe kommt schnell | Falsche Aufrufe, Betrug |
Die Tabelle ist die Antwort auf die Frage aus dem Lehrplan: Welche Ziele und Folgen hat das Verbreiten – für Einzelne und für alle? Sie kommt ins Heft.
Die 5 Fragen
Bevor du auf „Posten“ drückst
Fünf Fragen, die in zehn Sekunden durch den Kopf gehen. Schreib sie auf eine kleine Karte – für die Hülle vom Handy.
- 1 Würde ich das der Person ins Gesicht sagen?
- 2 Darf ich das? (Urheber, Gesicht, Daten – Schritt 7 und 8)
- 3 Wer könnte verletzt werden – auch, wenn ich es nicht will?
- 4 Will ich das in fünf Jahren noch mit meinem Namen sehen?
- 5 Kann es jemand missverstehen, der mich nicht kennt?
Deine Aufgabe: Erst deine Meinung zu fünf Posts – dann schreibst du an die Wand, welche der fünf Fragen dir selbst am schwersten fällt und warum.
Deine Aufgabe
Posten oder nicht?
Fünf Posts. Würdest du sie abschicken? Tippe, was du meinst – danach vergleicht ihr in der Klasse.
Ich nehme zu fünf Posts Stellung und begründe meine Haltung mit den fünf Fragen.
Fünf Posts. Würdest du sie abschicken? Tippe, was du meinst – danach vergleicht ihr in der Klasse.
Deine Lehrkraft sagt, was davon ihr abschreibt – alles, einen Teil oder nichts.
Wirkung
- Die Wirkung eines Inhalts wächst mit Emotion (Bild, Musik, Schnitt), Reichweite (wie viele es sehen) und Dauer (wie lange es bleibt). Ein Kurzvideo trifft härter als ein Satz.
- Es zählt die Wirkung, nicht die Absicht: „War doch nur Spaß“ macht nichts ungeschehen. Wer veröffentlicht, trägt die Verantwortung.
Stereotyp und Diskriminierung
- Ein Stereotyp legt eine ganze Gruppe auf ein Bild fest („Mädchen können kein Mathe“). Wer eine Gruppe nur in einer Rolle oder nur als Witzfigur zeigt, diskriminiert – oft ohne es zu wollen.
- Prüffragen: Wer kommt vor, wer fehlt? Wer spricht, wer wird nur gezeigt? Würde jemand aus der Gruppe sich wiedererkennen?
Folgen des Verbreitens
- Verbreiten hat Folgen für einzelne Menschen (Scham, Rückzug, Vertrauensverlust) und für die Gemeinschaft (Misstrauen, Streit). Es kann aber auch helfen: informieren, Spenden sammeln, Vermisste finden.
Wortspeicher: Fachwort — einfach gesagt — Beispiel
- Wirkung
- was ein Inhalt bei anderen auslöst — Lachen, Scham, Wut
- Stereotyp
- alle aus einer Gruppe gleich darstellen — „Mädchen können kein Mathe“
- Diskriminierung
- jemanden wegen seiner Gruppe schlechter behandeln — eine Gruppe nur als Witzfigur zeigen
- Verantwortung
- für die Folgen einstehen — Lena, nicht „das Internet“
- Konsequenz
- die Folge — Paul kommt nicht zur Schule
Ins Heft
Satz 10 von 11
Mein Inhalt wirkt auf . Ich prüfe vorher, ob er jemanden oder eine Gruppe als darstellt. Verbreiten hat Folgen für und für .
Fünf Lücken. Die letzten beiden: einzelne Menschen und die Gemeinschaft – in deinen Worten.