Medien & Informatik · Klasse 5
6 · Knifflige Fälle

Achtung, jetzt wird es schwer
Knifflige Fälle
Bis jetzt war alles ziemlich klar. Echte Detektivarbeit fängt aber erst an, wenn es nicht mehr eindeutig ist. Genau solche Fälle kommen jetzt.
Hier zählt eure Begründung mehr als eure Antwort. Sprecht zu zweit.
Deine Aufgabe: Schaut euch jedes Paar an: Wo steckt eine Mitteilung – und wo nicht?
Fünf Paare. Eines bleibt bewusst strittig.
Paar 1 · Bildschirm
Ein ausgeschalteter Bildschirm
Derselbe Bildschirm mit Warnzeichen: „Akku fast leer“
Paar 2 · T-Shirt
Einfarbiges T-Shirt, Logo nur innen im Kragen
T-Shirt mit großem Aufdruck
Paar 3 · Papier
Ein leeres Blatt Papier
Dasselbe Blatt, jetzt beschrieben
Paar 4 · Töne
Die Schulklingel
Ein Donnergrollen
Paar 5 · Verpackung
Eine ganz einfarbige Tüte
Chipstüte mit Name, Bild und Zutatenliste
Schaut euch jedes Paar genau an. Sprich zuerst mit deinem Partner. Erst danach klappt ihr die Fälle auf – sie haben dieselben Nummern wie die Paare.
Deine Aufgabe
Knifflige Fälle
Erst schauen und zu zweit reden. Danach aufklappen.
Ich begründe bei Grenzfällen, warum etwas ein Medium ist oder nicht.
Erst schauen und zu zweit reden. Danach aufklappen.
Paar 1 · Ist ein Bildschirm immer ein Medium?
Ein ausgeschalteter Bildschirm → gerade nicht. Derselbe Bildschirm zeigt: „Akku fast leer“ → Medium. Ein ausgeschalteter Bildschirm zeigt dir nichts – du erfährst nichts. Er ist deshalb gerade kein Medium. Aber er kann eines werden, sobald er etwas anzeigt. Ein Bildschirm ist also nicht automatisch ein Medium.
Paar 2 · Die Marke wollte etwas mitteilen – aber sieht es überhaupt jemand?
Einfarbiges T-Shirt, Logo nur innen im Kragen → darüber streiten wir. T-Shirt mit großem Aufdruck → Medium. Beim Shirt mit Aufdruck ist alles klar: Der Aufdruck soll gesehen werden – jemand will damit etwas zeigen. Das Logo im Kragen dagegen sieht fast niemand. Ist es trotzdem eine Mitteilung? Hier gibt es keine eindeutige Antwort – ihr braucht einen Wenn-Satz.
Paar 3 · Braucht ein Medium immer etwas darauf?
Ein leeres Blatt Papier → kein Medium. Dasselbe Blatt, beschrieben → Medium. Papier allein teilt dir nichts mit – es ist erst einmal nur Papier. Sobald jemand etwas daraufschreibt, wird es zum Medium.
Paar 4 · Beides sind Töne. Sind beide Medien?
Die Schulklingel → Medium. Ein Donnergrollen → kein Medium. Die Klingel wurde eingebaut, damit ihr wisst, wann die Pause anfängt – jemand teilt euch etwas mit. Der Donner verrät euch zwar, dass ein Gewitter kommt, aber niemand donnert absichtlich für euch. Beide sind Töne – nur einer ist ein Medium.
Paar 5 · Welche Informationen findet ihr auf einer Verpackung?
Eine ganz einfarbige Tüte → kein Medium. Chipstüte mit Name, Bild und Zutatenliste → Medium. Auf der bedruckten Chipstüte steckt jede Menge: Was drin ist, wie es schmeckt, wie viel, von welcher Firma. Das hat alles jemand draufgedruckt, damit du es erfährst. Eine Verpackung ist ein sehr gutes Beispiel für ein Medium ohne Strom.
Tipp
Für Profis
Erst reden, dann entscheiden
Ist ein T-Shirt ein Medium?
Diese Frage bringt ganze Klassen zum Streiten. Und das Beste: Beide Seiten können recht haben – wenn sie begründen können, warum.
Entscheide dich noch nicht sofort. Sprich zuerst mit deinem Partner.
Deine Aufgabe: Schreib selbst je ein Argument auf – eines dafür, eines dagegen. Ihr habt 90 Sekunden.
Klassenregel ab jetzt
„Kommt darauf an“ gilt nur mit Wenn-Satz: Wenn …, dann … Wenn aber …, dann …
Deine Aufgabe
Dein Argument zur T-Shirt-Frage
Schreib je ein Argument auf. Mit „Abschicken“ sieht es die ganze Klasse an der Wand.
Ich finde zu einer strittigen Frage ein eigenes Argument dafür und eines dagegen.
Schreib je ein Argument auf. Mit „Abschicken“ sieht es die ganze Klasse an der Wand.
Ein Argument DAFÜR: Warum kann ein T-Shirt ein Medium sein?
So kannst du anfangen
- Ein T-Shirt ist ein Medium, wenn …
- Wer es anzieht, will damit …
Ein Argument DAGEGEN: Warum ist ein T-Shirt oft kein Medium?
So kannst du anfangen
- Ein T-Shirt ist kein Medium, wenn …
- Niemand wollte mir damit …
Zuerst schreibt jeder für sich. Danach lest ihr euch eure Sätze zu zweit vor. Zum Schluss sammelt ihr in der Klasse: Wer sagt Ja, wer Nein, wer „kommt darauf an“?
Tipp
Für Profis
Wenn ihr nicht weiterkommt
Diese Argumente sind in anderen Klassen gefallen. Vergleicht sie mit euren.
Dafür
- Auf vielen T-Shirts steht etwas drauf.
- Wer es anzieht, will damit etwas zeigen.
- Ein Vereinstrikot verrät, für wen jemand ist.
Dagegen
- Ein einfarbiges T-Shirt sagt gar nichts.
- Ein T-Shirt ist zum Anziehen da, nicht zum Mitteilen.
- Manche ziehen einfach an, was sauber ist.